Freitag, 22. März 2013

8.3.13 Tag 3 Rovaniemi - Ivalo

Um 7 Uhr mal gemütlich aufgewacht. Unten sitzen schon die sieben Hundeschlittenfahrer beim Frühstück. Da sind übrigens unsere beiden Omas auch dabei. Es ist sehr ruhig.
das war zwischen Kaffee und Mittagessen
Im Bad funktioniert die Absaugung nicht so gut wie im letzten, aber sonst empfinde ich das Hotel als besser, größer. Das Frühstück ist sehr reichhaltig, aber auch hier ist noch kein Lachs dabei, aber immerhin schon Rührei. Gestern gabs nur gekochtes Ei, 7 Minuten.

Als wir zum Frühstück gehen, können wir einen Blick nach draußen werfen: Es schneit! Also Museum, eindeutige Entscheidung. Um 8 Uhr ist grade Rush Hour beim Frühstück, dann wird es wieder ruhiger.

Sachen einpacken, um 9:30 Uhr ist Treffen für den Spaziergang zum Museum, hinterher können wir nur noch die Koffer holen.

Er geht mit uns einen kleinen Umweg über den Lordi Square, ja, die Monster vom Eurovision Song Contest. Die sind nämlich von hier, der Platz wurde nach ihnen genannt, und sie haben sich dort verewigt. Heute sind es –9°.

Im Museum handelt Eero für uns einen Sonderpreis aus, statt 12,- nicht den Gruppenpreis von 10,-, sondern nur 8,- pP, vielleicht, weil wir wenig Zeit haben und nicht alles schaffen können.

Das Museum ist modern obwohl schon 20 Jahre alt, gut gemacht, interessant, alles erklärt über Arktis, von Volk, Krieg (ein paar Teile hat er selbst im Garten gefunden und gestiftet), Geschichte, Tiere, bis Sonne und Zukunft.
Natürlich zieht sich das länger als geplant, wir kriegen unglaublich viel Auskunft, er ist ja von hier, ständig mit Blick auf die Uhr gehen wir die wichtigsten Stücke ab, fotografieren, wo wir nicht dürfen (Bären z.B.). Dann müssen wir im Galopp zurück, warm, nur –5°, Jacke offen, da kommt man ins Schwitzen, kriegen noch einen Pin im Souvenirshop, der im Hotel ist; da hätte ich shoppen können, wann kommt man schon mal hierher???, und dann Koffer holen und in den Bus.

Um 11:45 sollen wir die Hundeschlittenfahrer unten am Fluss abholen. Wir schaffen es fast, aber wer ist noch nicht da? Hm.

Hab mal nach den Mücken gefragt, die ja jetzt glücklicherweise nicht da sind. Es gibt sie ab zwei Wochen nach dem letzten Frost bis zum ersten Frost, also ca. von Anfang Juni bis Sept. Aber schlimmer wären die Minimücken, die überall rein krabbeln, da hilft kein Moskitonetz, und wenn sie beißen, das juckt dann ätzend. Wahrscheinlich vergleichbar mit unseren Grasmilben.

Nach 12 fahren wir los und haben eine längere Busfahrt vor uns. Mittagessen fällt vorerst aus... Er spielt uns Musik seiner Kusine vor. Mit Lordi scheint er nicht verwandt zu sein, aber wir kriegen zum Abschied von Rov. im Bus das offizielle Video zu sehen. Hm, die Landschaftsaufnahmen sind toll, eindeutig. Aber die Gruselbilder, die überwiegen, die sind eher zum Schütteln, damit habe ich Probleme, brrrrrrr...

Rovaniemi ist außerdem Hauptstadt des Zeichentricks. Die Angry Birds sind auch von hier.

Jedermannrecht. Wenn man wandern geht, findet man überall ausgestattete Hütten oder Unterschlupf vor, Holz ist da. Bei so einer Hütte halten wir in schönster Landschaft bereits nach einer halben Std. wieder und genießen kurz die Ruhe und den hohen Schnee. Aber nur kurz. Nur mit Fleece raus – nach 5 Min. durchgefroren.

Ist das schön! Und immer schön sauber!


Wir haben Sonne und fast nur blauen Himmel! Der Wald ist durchbrochen von weißen Seen, fast nur rechts, es ist hügelig und vereinzelt steht mal ein buntes Haus.

Heute sind wir bestens ausgerüstet außer der dicksten Schneehose. So lässt sich’s aushalten. Was wir am meisten tun in diesen 10 Tagen: Anziehen, ausziehen, anziehen......

Es geht an einem Truppenübungsplatz entlang (der Major kennt sich aus), größter Europas mit 50x50 km, Tieffliegen erlaubt. Auf einer genauen Karte hat er es jedem im Bus gezeigt.

Dann hat er A. aus dem Tiefschlaf geholt und erschreckt, weil er plötzlich laut ins Mikro geschrieen hat, weil rechts von uns Hügel sind, die bis 600 m hoch sein sollen, die wir aber nicht sehen.
Unterwegs habe ich ein selbstgemaltes Schild gesehen, ein Betttuch mit der Aufschrift „Haus zu verkaufen“.

Um halb 2 begegnet uns mal eine Schneewolke.

Der Busfahrer braucht 40 Min. Pause, die machen wir in Sodankyla. Wir überfallen im Rudel ein von Eero empfohlenes Cafe für die 3K: Kaffee, Kuchen, Klo. Sonst ist nix los, mehrere Elektrogeschäfte, kein Souvenirshop, ganz leichtes Gegriesel mit ungemütlichem Wind.

Um 14:30 gings weiter, Sonne, Straßen sind schneefrei. 

Ab 15:40 fahren wir am Urho Kekkosen Nationalpark entlang, dem zweitgrößten Finnlands, und halten mal ein paar Minuten am Visitorcenter. Das erinnert mich an das im Denali in Alaska, ähnlich gemacht. (Der größte NP Finnlands soll schöner sein, falls mal jemand da wandern will...)
Auch ein Goldmuseum ist nebenan, North to Alaska, und Gold wollen sie hier in der Gegend auch gerne extensiv fördern,  ist ähnlich und genauso immer nach Norden, bloß nicht so groß.
Jetzt kommt raus, dass unser toller Reiseleiter diese Tour genau zum zweiten Mal macht! Enormes Wissen und mit vollem Einsatz dabei. Das hätten wir nicht gedacht, er wirkt so erfahren.

Der Bus rutscht oft hin und her. Die Straßen sind vereist, aber man darf trotzdem 100 fahren. Gelegentlich überholt er sogar mal ein langsameres Fahrzeug. Unterwegs lag mal ein Auto auf der Seite.

Wir fahren an einem besonderen Hotel vorbei, dort gibt’s Glas-Iglus zum Übernachten, damit man Nordlicht gucken kann. Mit Chemietoilette; Dusche und Essen gibt’s in einem Haupthaus. Hm, wenn ich schlafe, sehe ich kein Nordlicht... Ob die auch einen Alarm haben, damit man die Augen aufmacht?

Saariselka: ist ein reiner ein Touristenort, 16 000 Gäste, liegt am Fuß des Hügels Kaunispää. Wir fuhren hoch, 437 m hoch, wo man nach Russland gucken kann. Eigentlich. Es ist nur noch 70-80 km entfernt, aber es hing eine Schneewolke zwischen uns und dort. 17:00, Dämmerung.
Hier sah man schön die Motorschlitten auf ihren eigenen Straßen rumrasen, die mit roten Andreaskreuzen markiert sind.

In Ivalo wird es eine Stunde früher dunkel als in Rovaniemi. Sagt Eero, und meint wahrscheinlich den Winter.

Unterwegs haben wir immer wieder frische Spuren von Rentieren am Straßenrand gesehen und gelegentlich mal ein echtes. Sie laufen gerne auf der freien Straße, das ist nicht so mühsam wie im Tiefschnee. Auch Rentierfarmen gibt’s hier einige. Wir kriegen auch erzählt, dass ein Zusammenstoß von Rentier mit Auto nicht so schlimm ist, Schrott und Tier tot, aber mit einen Elch sieht es für die Insassen anders aus, der hat zu viel Masse, das ist gefährlich.

Kurz vor Ivalo ist auf dem Fluss eine Ansammlung Menschen und Tiere. Hier ist am Wochenende die Renn-Rentier-Meisterschaft, deshalb sind alle Hotels (viele sind das nicht!) ausgebucht.

Das ganze Dorf (sorry, ist ja eigentlich eine Stadt, tut aber nicht so) scheint nur an der Hauptstraße zu liegen. Aber auf der Karte ist doch noch etwas nebendran, vor allem am Fluss.

Um 6 Uhr sind wir in unserem Hotel Ivalo (natürlich am Fluss) und haben uns eingerichtet. Wir haben ja inzwischen Routine im „Aus-dem-Koffer-leben“. Post an Rezeption abgeben, Internetzugang holen.

Das Hotel ist schon älter, die Zimmer sind einfach und normal, das Bad im Stil der 70er. Aber ok, außer, dass es auch wieder 24° hat und keinen Regler. Die Heizung rauscht laut, im Bad ist eine schön warme Fußbodenheizung. In den anderen Hotels war das auch so, aber die hier ist besonders angenehm. Einen Pool gibt’s hier auch, und natürlich Sauna, wie überall.
Blick aus unserem Fenster
Zum Essen gibt es was? Lachs!! Und noch irgendwas Fleischiges. Eine größere Gruppe Franzosen ist da, die feiern heute Abend Abschied, wir wurden schon vorgewarnt, dass es beim Essen etwas lauter werden könnte. Wir waren aber etwas früher und deshalb war es für uns nicht so wild.

Danach wollte Eero uns unbedingt einen Film zeigen, weil er unsere Meinung darüber wissen wollte, weil der Filmemacher es dem deutschen Fernsehen anbieten möchte. Natürlich kennt er den Filmemacher und ist irgendwie auch am Film beteiligt. Ich habe dauernd mit dem Einschlafen gekämpft (das war meine müde Zeit), aber der allgemeine Tenor war: der war zu lang. Die Hälfte würde reichen. Es ging um einen deutschen Goldsucher am Ivalofluss.

So saßen wir von 20-21:30 drinnen, ich war nicht nur müde sondern auch hibbelig, es ist nämlich draußen klar!

Kurz mal um die Ecke gucken, ob es so klar geblieben ist, ja, aber Enttäuschung, der Shop und die Rezeption haben geschlossen, brauche doch noch Postkarten! Also morgen früh noch schnell eine Runde Stress. Sie müssen auch noch geschrieben werden.

Unser Zimmer, ganz am Ende des Flures, geht zum Hof, wo mehrere Schneemobile parken, und Richtung Straße, zwei Lampen leuchten bei uns rein. Es hilft nix, wir müssen uns einmümmeln. Und dann schnell raus, bevor der Saunamodus einsetzt.

Einmal links herum. Da ist zu viel Licht. Ein weißer Schleier kommt von drüben rüber gezogen (ich hab schon gelernt, dass es auch weißes Nordlicht gibt), aber das scheint Rauch zu sein. Hier ist ein großer Schornstein, noch mit Licht am oberen Ende, der gibt auch Massen an weißem Rauch ab.

Dann sind wir auf die andere Seite vom Hotel, da geht’s runter! Es kommen uns ein paar Franzosen mit Taschenlampen entgegen, so finden wir den Abgang gut und stehen gleich auf dem Fluss. DAS ist eine Aussicht! Mann, sieht man hier die Sterne gut! Der große Wagen ist irgendwie ganz woanders, der Orion ganz tief. Und viel mehr als bei uns zu sehen! (Wir wohnen schon so, dass man die Sterne sieht, wenn sie zu sehen sind, aber die haben hier doppelt so viele, mindestens!).

Wir sind mitten auf den Fluss gegangen, mit (wie viel wohl?) Eis unter uns. Blick nach rechts zum Schornstein – ja, eindeutig, ich habe im Forum in den letzten Tagen genug Fotos gesehen, DAS erkenne ich. Direkt neben dem Schornstein ist ein leichter grüner Streifen, sogar noch ein bisschen hinter dem weißen Rauch. Aber ganz anders und zart. Und es bewegt sich leicht. Kommentar A: Ich weiß net!
Ich: Aber ich weiß es. (War mir in dem Moment völlig wurscht, was mein Mann weiß oder net weiß, ich hatte mein erstes Nordlicht. So wie damals „mein Wal“). Es wurde dann etwas breiter und etwas schwächer. Inzwischen hat A. gemeint: Es könnte welches gewesen sein, und am nächsten Morgen war es dann sicher welches, weil er es stolz erzählt hat. Der weiße Schleier von drüben blieb so an der Stelle, das war sicher keins. Vermutlich gibt’s heute Nacht noch mehr. Wir sind aber inzwischen kalt genug, also sollte man doch rein gehen. Halb 12 und ich sollte schlafen, bin aber hellwach. Musste das blaue Licht vom TV auch noch verdecken, und die Lampen von draußen stören auch. Wieso bin ich eigentlich im Bett?

Auf einem Fluss stehen und Nordlicht sehen! Boah!

Mittwoch, 20. März 2013

7.3.13, Tag 2 Oulu – Kemi – Rovaniemi


Bin viel zu früh wach, um 6 Uhr aufgestanden. Komfortabel geduscht, um 6:45 waren wir beim Frühstück und noch nicht mal die ersten. Eine Std. Frühstück, ½ Std. fertig machen, um 8:15 kommt der Bus. Will am selben Platz sitzen wie gestern! Das klappt auch, wir nehmen fast alle brav die gleichen Plätze.

Weiße Winterlandschaft mit blauem Himmel! Angenehme minus 12 bis minus 14°. Bin kurz noch mal aus dem Bus, um das Hotel von gegenüber in der Sonne zu fotografieren; danach waren die Hände fast steifgefroren, das geht ganz schön schnell!




Unser Reiseleiter heißt Eero Tappio (König der Wälder) Paionen (Haus mit Weide drumherum, so heißt da wohl fast jeder :-).
Während wir Richtung Norden unterwegs sind, gibt es viele Infos über Finnland.

Kurz vor Kemi besuchten wir den Eisbrecher Sampo. 1960 gebaut, alles funktioniert noch, ist aber zu schwach für die modernen großen Schiffe. Das Schiff hat 9 techn. Angestellte, und 9 im Service für Touristen, Restaurant, Führung. Ab 12 fuhr er wieder auf Eisfahrt mit Touris, mehrere Stunden mit Essen, das kann man buchen. Schönes Schiffchen!

Es war blauer Himmel und Sonne, wir wurden durch das Schiff geführt, von oben nach unten, hatten Zeit für Fotos. Wir waren der einzige Bus dort, also ganz privat. Super.
Eero versuchte ein Gruppenfoto.






 
ein schönes Foto von Karin, die auf einem großen Frachtschiff daran vorbeigefahren ist.

In Kemi hielten wir am Schneehotel, am Bottnischen Meerbusen. Es hat 18 Zimmer, immer -5°, geduscht wird im nahegelegenen Hotel.
Schönstes Wetter, alles natürlich zugefroren, hinten kann man nach Schweden gucken. Nächste Woche sind hier die Eisgolf-Weltmeisterschaften (also letzte Woche), dafür wurden Vorbereitungen getroffen. Man spielt mit orangen Golfbällen.


Der Kemijoki = Kemifluss ist der längste in Finnland. Er hat 21 Kraftwerke und 2 riesige Stauseen. Der Damm, an dem wir vorbeifahren, wurde 1946 gebaut. Da gab es noch Lachse. Zugeständnisse: Sie sollen Lachstreppen bauen. Da die aber NIE funktioniert haben, sind seit 1946 die Lachse im lachsreichsten Fluss Finnlands ausgerottet. 
Der naheliegende Torniofluss (Grenze zu Schweden) ist frei und hat noch Lachse.

In Kemi, z.Zt. –3°, bekommen wir 40 Min Auslauf für Essen. Das nutzen wir für eine gemeinsame Pizza beim Chinesen, der uns eine schöne frische zubereitet, 6,50 plus 1,- für Kaffee/Tee und danach einen kleinen Spaziergang.
Stress – wann soll ich Postkarten schreiben?
Kinderspielplatz
Fußgängerzone Kemi
Dann fahren wir ca. 1,5 Std. bis nach Rovaniemi.
Bisher war hier alles flach. Wir kriegen Erklärungen zu allem, Geschichte, Politik, Natur, und von Kaja, unserer Finnin, einen ausführlichen Vergleich zwischen dem deutschen und dem finnischen Schulsystem. In Finnland hätten wir keine Ehrenrunde und kein grade so geschafftes Abi beim Nachwuchs gehabt.

Bildung hat hohen Stellenwert schon seit Jahrhunderten. Jemand hat zeitlich direkt nach Martin Luther mal eingeführt, dass nur heiraten darf, wer lesen kann, damals gabs nur Bibel und Katechismus, und er wollte, dass die Mütter den Kindern das Wissen weitergeben. Das war der Grundstein für die Bildung.

Rovaniemi:
Größte Stadt von Fläche her, ca. 180 x 150 km Ausdehnung. Hauptstadt Lapplands, Eero kommt von da und weiß über alles Bescheid, alle Straßen führen nicht nach Rom, sondern dorthin.
Am 16.10.44 wurde Rovaniemi komplett zerstört von den Deutschen, Prinzip verbrannte Erde.

Vor der Stadt ist um 14 Uhr ein Stopp an einem Kraftwerk, der erste Damm nach Rov. Stadtmitte, regelt den Wasserspiegel in Rov. Hier gibt es eine der größten Rutschen der Welt, für die Baumstämme, die weitertransportiert werden.


Dann fahren wir erst mal durch die Stadt durch zum Weihnachtsmann-Dorf.

Vorher ist ein Bunker umgebaut zum Freizeitpark, da kann man sich einen ganzen Tag lang aufhalten, so wie Holiday Park, Fort Fun u.a. Dort halten wir nicht, sondern am Polarkreis, am SantaClausVillage. http://www.santaclausvillage.info/de/

Zuerst gehen wir gemeinsam, er erklärt was, während wir alle stehen bleiben sollen, dann: So, jetzt macht mal alle einen Schritt, jetzt seid ihr über dem Polarkreis! Unter dem Schnee ist ein Strich aufgemalt, auch mit Schnee sieht man die Linie. Wobei das relativ ist, die Erdachse schwankt, der Polarkreis kann im Moment 5 Meter links oder 7 Meter rechts davon sein....
 


Es gibt 2 Briefkästen, einer für normale Post und einer, dass es an Weihnachten ankommt. Und natürlich Sondermarken mit einem Sonderstempel. Wir gehen noch gemeinsam in die Weihnachtsmann Halle, Treppe hoch, dort ist die Weltachse, wo er dran dreht, damit er alle an einen Tag besuchen kann, auch der längste Wunschzettel der Welt aus Italien. Dann sind wir dran, der Weihnachtsmann ist hochtechnisiert, man könnte genau jetzt im Internet gucken, wie wir da stehen und das Foto von uns gemacht wird. Das Foto kaufte der Reiseleiter und stellte es uns zur Verfügung.


Rentiere, Sonne, wenig los, Postkarten einwerfen, die ich bei jeder Möglichkeit geschrieben habe, -nach dem Weihnachtsmann, -im Souvenirshop, noch weitere Briefmarken mitgenommen, die in Ivalo verwendet wurden. Stress. Nur bis 16 Uhr Auslauf, viel zu wenig Zeit, man hätte da shoppen können, man braucht doch Geschenke!
Eero bot an, dass wir am nächsten Tag noch mal dort halten für Shopping, aber ich möchte nicht, dass sich die ganze Gruppe nach mir richten muss.
Winterwonderland
Wir hatten noch zwei weitere Stopps auf dem Weg zum Hotel. Zuerst durften wir in die Evang. Kirche, Er hatte extra für uns einen Termin ausgemacht, damit wir rein können, sie ist normalerweise zu. 

Bei der Rundfahrt kamen wir auch über die schöne Brücke, und fuhren dann vorbei am Sportzentrum und Langlaufzentrum auf den Hügel, wie heißt er doch? Ounasvaara, für eine tolle Aussicht mit Erklärungen, bei strahlender Sonne! Die Kinder waren am Skifahren, Hochbetrieb dort oben bei einem Hotel.

Um 17:30 waren wir bei unserem Hotel in der Stadtmitte angekommen, Scandic, Zimmer im 4. Stock mit Blick ins Innere, wie im Stockholmer Ariadne. Abendessen gabs vom Buffet um 19 Uhr, Salat, Lachs in Form von Irish Stew, Reis Möhren, Kuchen, Obstsalat.

Um 20:30 sind wir noch mal alleine eingemummt raus, um zu gucken, wo wir überhaupt wohnen. Einfach nach rechts und runter, die Fußgängerzone ist toll beleuchtet, man kommt am Haupt-Platz vorbei, Anzeige –10° mittendrin, ich lerne mein ca. siebtes (oder sogar neuntes) finn. Wort: keskus, weil das oft wo dran steht, bedeutet so viel wie Zentrum; und weiter bis runter zum Fluss.


Dort war es schön! Ein wenig nach rechts, dem zugefrorenen Fluss entlang Richtung flachere Brücke, und hier fiel mir ein, dass ich ja eigentlich Nordlicht gucken wollte. Eero meinte irgendwann, in einer Stadt ist es nicht möglich, aber hier war es über den Fluss rüber so dunkel und auch klar, dass wir was gesehen hätten, wenn welches gewesen wäre. Jetzt hinterher kann man das abschätzen, aber dort war ich noch unsicher. Bei der Aussicht auf dem Berg, wo wir heute Nachmittag als letztes waren, da könnte man gut gucken.

Unter den Brücken war eine Fläche, wo man trotz Dunkelheit einen weißen Schleier aufsteigen sah. Da war das Eis wohl so dünn und das Wasser wärmer als draußen die Luft. Interessant. Den Moment hätte ich gerne festgehalten. Es gibt immerhin ein Foto von der schönen Brücke.

Leider hatte ich einen frierenden Mann dabei, der gerne wieder in den Schutz der Häuser zurück wollte. Erst danach holte er die Thermounterwäsche aus dem Koffer...; ich wäre da gerne noch ein paar Kilometer entlanggelaufen. In der belebteren Gegend stank es nach Abgasen, dafür brauche ich nicht nach Finnland...

Sie haben mehrere Einkaufszentren und viele Shops wie hier, H&M, Jack & Jones usw., der Mägges ist gegenüber vom Hotel, nein, die leben hier nicht hinterm Mond.

Nach einer Std. waren wir wieder zurück. Der Hotelshop hat leider nur von 10 bis 18 Uhr auf; jetzt wird’s schwierig mit Pin und Postkarten... Schon wieder Stress...:-)

Morgen früh steht das Angebot, gemeinsam ins Museum zu gehen. Das ist ein besonderes, Arktikum. Mal sehen, wie das Wetter ist.

Während A. um 10 sein Licht ausmacht und wegschlummert, habe ich noch die Foren durchforstet bis über die Müdigkeit hinaus. Es ist ziemlich warm im Zimmer, 24° und stickig und wir können nichts dran ändern, es gibt keinen Regler.

Das war ein Tag mit Inhalt für drei!




Montag, 18. März 2013

6.3.13, Mittwoch, Abreise

3:30 Uhr aufstehen, in Trance fertig machen, Kind schläft im Auto und lässt sich danach vom Navi heim leiten. Die Security wollte viel aus dem Rucksack sehen, Stativ, Kabelsalat der Ladegeräte...

Um 6 Uhr sitzen wir am Gate und sehen dort schon einige andere Leute mit dicken Klamotten warten.

Warten. Wollte ein Wasser kaufen, Shop macht erst um 6 auf. Richtung Toilette finde ich einen Automat, glatte 50 Cent gespart, wo haue ich die jetzt auf den Kopf? Dann finde ich einen Kaffeeautomaten, gut für A., der sich vom „funktioniert nicht“ nicht abhalten lässt und drückt, und hat einen Kaffee. Fünf Minuten später haben mindestens 4 weitere Leute einen kostenlosen Kaffee. Wenn das so weiter geht, ist der Urlaub geschenkt.

Der Flieger steht schon da, A 321, D-AISH, „Wetzlar“. Start „nach rechts“ um 7:17, das ist schon mal gut. Von meinem Mittelplatz sehe ich den Feldberg. Kurz nach halb 8 bekommen wir schon Frühstück.

Um 7:56 sehen wir links ganz Fehmarn! Cool! Und der erste Offizier ist offensichtlich woanders oder noch nicht wach, er erzählt, wir hätten grade Hamburg passiert (dann müssen wir danach eine Rechtskurve geflogen sein) und würden jetzt den Flug über die Nordsee beginnen. Aber dank Fehmarn wissen wir, dass wir hier richtig sind.

Es geht die oft beobachtete Route über Kopenhagen. Um 8:50 erkenne ich links die Stockholmer Altstadt, alles weiß, und bin mit meinem Mittelplatz schon fast versöhnt. Ärger nur über mich selbst, dass ich nicht gefragt habe: Hinten waren mindestens 5 Fensterplätze ganz leer, hätte mich für den Start dort hinsetzen können. Wir landeten mit neuem Rekord: um Punkt 9 Uhr! Zeit genug für die Wanderung von einstellig bis Gate 26, er war noch nicht mal angeschrieben. Als wir gemütlich da saßen und per SMS wifi angefordert hatten, kam im ersten Satz schon der Aufruf zum boarding, in den Bus. Noch etwas warten, später wussten wir, wieso; in der Zeit sahen wir unsere Koffer vorbeirasen. Super, die haben es geschafft!

Es waren 23 Personen im nächsten Flieger, ein Saab 2000 von GoldenAir, ein Propellerflieger, rechts 2 Sitze , links einer, gesamt nur 50. Vor den Knien 10 cm Platz, eine Fußstütze zum Runterklappen, die Tischklappe etwas dreckig. Eine Stewardess.

Natürlich saßen wir genau auf dem Flügel. Die ersten werden die letzten sein... so’n Mist, es war ein Fehler, so früh einzuchecken, wir waren die ersten und sie müssen es ausbalancieren. Man wird verteilt und darf sich nicht umsetzen. Diesmal hatte ich gefragt – wobei ich mich vergleichsweise eher als Fliegengewicht bezeichnen würde...
Flughafen Arlanda von oben
Um 10 Uhr hoben wir ab nach Süden, flogen einen tollen Kreis rund um den Airport, das gab Fotos trotz Flügel. Warm hier! Acht Minuten nach dem Start liefert die Stewardess zwei warme Essen ins Cockpit. Es riecht so Richtung Schweinshaxe. Ej, wer fliegt denn jetzt den Flieger???

Für uns gibt es Kaffee oder Tee, und nachdem wir versorgt sind, kriegen die Piloten auch einen. Und sie sind fertig mit Essen, eine Tüte Abfall wandert von vorne nach hinten. Folgt jetzt ein Schläfchen auf das gute Mahl?

10:45: Finnland hat vereinzelte Wolken, Wald, Schnee, glänzende Straßen, schnurgeradeaus. Der fliegt nicht so hoch. Fünf Minuten später ist die Wolkendecke dicht, kurz danach senkt sich die Schnauze schon etwas nach unten. Sie sind hier eine Stunde früher, das kompensiert das frühe Aufstehen etwas

In Oulu schneit es, wir landen in der Suppe, aufgesetzt um 12bzw. 11:15 Uhr, im Schnee! Sehr geräumt sah die Landebahn nicht aus. Vermutlich machen die das hier öfters.

Rüber ins Terminal, und nach wenigen Minuten, die wir mit Schnee-gucken beschäftigt waren, kamen die Koffer, einer war richtig eingeschneit, der lag wohl oben drauf. Es schneit heftig. Hier nennt sich das leichter Schneefall...?

Ein Reiseleiter stand vor der Tür und schickte uns zum Bus. Das hatten wir uns schon gedacht, sonst war da nix. Wir sollen 19 sein, es sind aber nur 17 angekommen.... Dabei hatten wir doch sooo viel Umsteigezeit! Aber so war es nicht, es klärt sich abends: Die beiden Fehlenden haben von einer Lufthansa-Angestellten erzählt bekommen, dass sie in Stockholm ihre Koffer vom Band holen müssen und wieder aufgeben für den Weiterflug. Trotz Nachfrage, sie hat sogar genau erklärt, wie es da aussieht, so haben sie es geglaubt. Und hörten, wie ihre Namen ausgerufen wurden. Es war aber nicht zu schaffen. Ein vermasselter Urlaubstag, sie kamen dann mit der Maschine um Mitternacht.
Also: Glaubt nicht alles, was euch Leute am Telefon erzählen!

Wir fahren erst mal zur Markthalle, da kann man eine Kleinigkeit essen. Ich rutsche im weichen sauberen Schnee direkt vor dem Bus gleich mal aus und habe damit meinen Anteil erfüllt (jeder ein Mal).


Unser Reiseleiter ist ein Unikat. 56, Offizier im Ruhestand, aus Rovaniemi, hat die Waldorfschule dort gegründet, kennt Hinz und Kunz und macht überall mit. Und macht seinen Job nicht nur zu 100%.

Oulu: fünftgrößte Stadt Finnlands, Teer ist die wichtigste Handelsware. Nach wenigen Minuten lässt er den Busfahrer zu einer Tankstelle fahren – „ihr braucht jetzt was...“ – kommt wieder mit einer kleinen Schachtel und jeder bekommt ein lakritzähnliches Bonbon, irgendwie aus Teer.

Es gibt eine Uni mit 17 000 Studenten, ein Gefängnis, eine Fußgängerzone, überall ist Baustelle, Oulu wird unterkellert, es werden neue Bunker gebaut. Ja, das Gesetz besteht noch, jeder Finne hat einen Platz im Bunker. Wegen der vielen alten russischen Atomkraftwerke, die ziemlich nahe an der Grenze stehen, findet er das ziemlich nötig.

Alles ist flach, während der letzten Eiszeit war hier 3-4 km Eis oben drüber, deshalb hebt sich der Boden jetzt immer noch um 1 cm pro Jahr. Und es schneit, wir sehen nicht viel. Wir fahren im Zickzack durch die Stadt, es ist ja alles nicht weit. Schlösschen, Brücken, Stadion, Insel, Museum, denkmalgeschützte Oper, Bibliothek. Es wird sehr viel gelesen in Finnland, die Bibliotheken sind viel wichtigere Institutionen als bei uns.
Das weiße davor ist eine Kreuzung :-)
Um 14:30 Uhr sind wir am Hotel Cumulus, mittendrin, und haben jetzt freie Zeit bis zum Abendessen um 19 Uhr. Es schneit wie wild. Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, gehen wir trotzdem los, wann sonst?!. Als Mumie verpackt zwei Stunden durch die Stadt. Es ist alles nahe, aber bei den vielen ...katus rechteckig angeordnet komme ich mir vor wie im Irrgarten. Der Schneefall hört irgendwann auf, es weht ‚nur’ noch. Sonne kommt durch, knirschender Schnee unter den Stiefeln (die toll warm sind und nicht rutschen, muss mal zum Schuhgeschäft und berichten, wie toll die sind!), leise Autos auf fester Schneedecke, -7° stand da, aber mir schien es warm. Hier fahren sie Fahrrad! Im Tiefschnee!



 
Bahnhofsvorplatz
Und als wir dann zum Schluss beim Bahnhof sind, haben wir endlich die Richtung, was wo vom Hotel aus ist.

Hier gibt’s keine Pins! Als Alternative nimmt er einen vom Oulu-Eishockeyclub, in der Hotel-Lobby ist ein Mini-Fanshop.

Postkarten sind auch dünn gesät, die muss ich später noch schreiben. Briefmarken nach D kosten 80 Cent, ich will möglichst alle in Finnland wegschicken, hier kommt man nicht so leicht hin, deshalb sind Karten von hier seltener als z.B. von Hammerfest. Pastillen gekauft, sind aber andere als die vom Reiseleiter, schmecken besser.

Um 19 Uhr ist gemeinsames Abendessen. Zwei Paare haben irgendwo anders gebucht und haben keine Halbpension, die sitzen an einem anderen Tisch. Wir haben zwei fitte Omas aus dem Bayerischen Wald dabei, eine wird dieses Jahr schon 80. Alle Achtung!

Zum Abendessen gibt es einen Salat mit Gurke und Tomate als Vorspeise, dann Schnitzel (ich hätte hier eigentlich Fisch erwartet), dann Grütze. Alles lecker. Ein Bier kostet 6,30 €.

Planung: Während der Schlittenhundetour übermorgen früh bietet er den anderen an, mit ihm ins Museum zu gehen. Vielleicht gehen wir lieber alleine spazieren. Und zwischen Ivalo und Kirkenes ist gar nichts, da bestellt er irgendwo in einem normalerweise geschlossenen Lokal eine Lachssuppe für alle, außer für einen Nicht-Fisch-Esser.

Um halb 10 sind wir Richtung Bett, noch die Mails gucken, alle Hotels haben Internet; bei einer Antwort hat sich mein Ding aufgehängt und ging nicht mal aus. Was mache ich jetzt? Das reagiert gar nicht mehr! Aufmachen wie ein Handy kann man es auch nicht. Leichte Panik! Geht es kaputt? Nööööö. Ich hab’s dann einfach liegen gelassen und gehofft, dass der Akku nicht kaputt geht, wenn er leer ist. Morgens war es dann aus und ließ sich neu anschalten. Puh!

Zimmer: gut. Hat sogar einen Kühlschrank. Bad war klein, aber mit viel Ablagefläche, Fußbodenheizung, Dusche riesig, guter Wasserdruck.
Die Fenster sind doppelt doppelt verglast! Ja, das ist hier wohl nötig!

Dienstag, 5. März 2013

Es scheint so als wären wir fertig....

Beim Flug habe ich gegen mich selbst entschieden. Wir sitzen Reihe 18, am Flügel in der Mitte, sehe vermutlich NULL. Tapfer sein, da muss ich durch, so ohne Aussicht. Dafür kommen wir raus, viele Minuten schneller als von Reihe 30 mit Aussicht.
Heute und gestern sind sie direkt über Else geflogen, 3x schon über Birgit.
Wir kriegen den Anschlussflug! Die 10 Min. reichen uns.

Hier ist mal ein Stück der Reise.

Montag, 4. März 2013

Endspurt

Flugbeobachtungen:
Der früheste Abflug (soll = 7:05 Uhr) war um 7:18, der späteste 7:53 plus einer wegen Schnee erst 8:35 Uhr.
Die früheste Landung, also das Aufsetzen auf der Landebahn, wo man ja noch Zeit zum Rollen dazurechnen muss, bis am Arm geparkt ist, war rekordverdächtig um 9:04, aber nicht bei dem frühesten Abflug. Die späteste Landung (ohne den Schneetag) war um 9:40.
Ergibt einen Durchschnitt von Start: 7:28, Landung 9:20.
Gate closed für den Anschlussflug war zwischen 9:35 und 9:55 Uhr.
Also: Es ist zu schaffen, wenn....

Was mache ich beim Online-Checkin? Verzichte ich auf den Fensterplatz und wir sitzen ziemlich vorne? Wenn's so dunstig bleibt, sieht man ja sowieso nicht viel... (Heute sind sie über "daheim" geflogen).
Oder lassen wir es drauf ankommen? (Die vorderen Economy sind am Flügel, man sieht erst was Reihe 27 nach hinten. Hm... Das wird der spannendste Teil vom morgigen Tag.
Die Flugbegleiter im Flieger werden wir sicher gleich informieren. Ob der Pilot schon weiß, dass er mehrere enge Umsteiger hat?

Wetterbericht für Oulu sagt Schneefall und etwas wärmer, nur einstellig Minus. Ab Rovaniemi siehts aber wieder knackig gut aus, leicht bewölkt und nur 10 % Niederschlagswahrscheinlichkeit, zwischen 10 und 20, minus natürlich.

ICH WILL NORDLICHT ! ! !

Und wie sieht's mit der Gesundheit aus? Ich habe jedem gesagt: Es ist verboten, krank zu werden! Da aber niemand auf mich hört, hat Fräulein seit gestern Halsschmerzen und heute keine Stimme mehr...